Wismar – Hafenstadt-Hansestadt
Hafenstadt, Hansestadt, Weltkulturerbe – die Altstadt von Wismar besitzt ihre eigenen Schönheiten, umgeben von romantischen Gassen und mittelalterlichen Giebelhäusern.

Eine Städtereise entführt sie in die Welt der Hanse, deren Einfluss in der norddeutschen Altstadt kaum zu übersehen ist. Die großen Kirchen und viele Bürgerhäuser zeugen von einer reichen Bautätigkeit im Stil der Backsteingotik. Bis auf die Marienkirche, die als Mahnmal an die Zerstörungen im 2. Weltkrieg erinnert, sind die Sehenswürdigkeiten und die vielen Altstadthäuser aufwendig mit viel Liebe zum Detail restauriert.
Idyllische Altstadt von Wismar
Wer aufmerksam durch die Straßen von Wismar bummelt, wird sich über viele kleine Details freuen können: ein idyllisch begrünter Hof, ein auffälliger hanseatischer Treppengiebel oder eine geschmackvoll renovierte Haustür. Mitten durch die Altstadt von Wismar zieht sich ein Wasserlauf ähnlich einer holländischen Gracht, die Frische Grube.

Marktplatz
Der imposante Marktplatz erinnert an den früheren Reichtum der Wismarer Hansekaufleute. Ihr Handel über die Ostsee und übers Land brachte kostbare Stoffe, Seide, Pelze aus Russland, Weine aus Italien und Frankreich, vor allem aber Gewürze, Salz und Fisch nach Wismar. Auf dem Marktplatz steht auch das Wahrzeichen Wismars. Eigentlich erfüllte die bekannte Sehenswürdigkeit lange Zeit einen ganz praktischen Zweck: die Wasserkunst versorgte die Stadt mit frischem Wasser.
200 Jahre lang gehörte Wismar zum Königreich Schweden. Die lange Zeit hinterließ einige Spuren in der Altstadt von Wismar. Gewaltige Wehranlagen wurden gebaut, aber kurze Zeit später wieder geschliffen. Heute erinnert man sich gern an die schwedische Zeit in Wismar. Man versucht auch, das schwedische Erbe zu pflegen und zu bewahren. Einen Höhepunkt bildet das alljährliche Schwedenfest.
Schwedenfest
Ein Wochenende lang im August steht die ganze Altstadt von Wismar zwischen Altem Hafen und Marktplatz ganz im Zeichen Schwedens. Neben einem großen Volksfest herrscht buntes Markttreiben. Ganz stilecht geht es im historischen Heerlager zu, das der Wismarer Schützenverein gemeinsam mit schwedischen militärhistorischen Vereinen ausrichtet. Vorführungen und Exerzierübungen geben eine Vorstellung davon, wie es einst zuging. Sportliche Veranstaltungen wie „Wismar läuft“ und die Schwedenkopfregatta ziehen viele Zuschauer an.

Klaus Störtebeker
Auch Piraten und Seeräuber zog Wismar an. Es ist belegt, dass Klaus Störtebeker in jungen Jahren hier in eine Schlägerei verwickelt war und sich harte Blessuren zuzog. Später als Freibeuter mit Kaperbrief durfte er die erbeuteten Waren auf dem Markt in Wismar ungehindert verkaufen.
Bummeln Sie während Ihrer Städtereise durch die Altstadt von Wismar und genießen sie die mittelalterliche Atmosphäre dieser Stadt. Unternehmen Sie einen Rundgang zu den Sehenswürdigkeiten in Wismar und besuchen Sie die Museen und Ausstellungen. In der Geschichte von Wismar erfahren Sie einiges über die Geschichte der alten Hansestadt.
Entdeckungen – Ein Gang durch die Museen
Die Stadtgeschichte von Wismar, faszinierende Technik und Weltkulturerbe in den Museen in Wismar – Wismar zeigt seine Sehenswürdigkeiten. Ein Besuch in den Museen in Wismar lohnt sich.
Stadtgeschichtliches Museum Wismar

Das Wohn- und Brauhaus von Heinrich Schabbell von 1571 ist der Sitz des Wismarer Stadtmuseums. Das Schabbellhaus bildet zusammen mit dem benachbarten Gebäude, einem Beispiel des typisch hanseatischen Bürgerhauses, einen gemeinsamen Komplex. Besonders zu erwähnen die reiche Ausmalung des Kemladens.
Museen in Wismar
Stadtgeschichtliches Museum Wismar im Schabbelhaus
Wismar, Schweinsbrücke 8
Welterbe-Haus
Nach Regensburg und Stralsund ist das Welterbe-Haus in Wismar das dritte Haus, das über das UNESCO-Welterbe informiert.
Viel Wissenswertes über die Stadt und ihre Geschichte wird im neuen Besucherzentrum geboten. Spezielle Themenräume mit interaktiven Lernmöglichkeiten setzen Schwerpunkte wie „Bürger bauen ihre Stadt“ oder „Kaufleute erfinden das Dielenhaus“.
Museen in Wismar
Welterbe-Haus
Wismar, Lübsche Straße 23
phanTECHNIKUM
Phantastische Technik. Diese Faszination erfasste schon die Besucher des 1961 eröffneten „Polytechnischen Museum Schwerin“.
Nach der Wende zog das Museum erst aus dem Schloss in den Schweriner Marstall, seit 2012 präsentiert das phanTECHNIKUM in Wismar die Ausstellung unter ganz neuen Gesichtspunkten.
Experimentieren, erfinden und entdecken – im Erlebniszentrum dürfen junge und junggebliebene technikbegeisterte mitmachen und staunen.
Unter den Überschriften Feuer, Wasser, Erde und Luft werden in zahlreichen interaktiven Erlebnisbereichen alle Sinne, Gefühl und Verstand angesprochen.
phanTECHIKUM
Wismar, Zum Festplatz 3
Geschichte – Von Kaufleuten, Piraten und Schweden
Aufregend und abenteuerlich – die Geschichte von Wismar. Gut geschützt durch die Bucht und die vorgelagerte Insel Poel hatten alle ein Auge auf die Stadt geworfen. Germanen, Slawen, Wikinger, Hansekaufleute und Piraten, Schweden, Dänen und Preußen – sie alle gaben sich die Klinke in die Hand.
Ausgrabungen und Funde zeugen von einer uralten Besiedlung, die bis weit in die Vorzeit der Geschichte hineinreicht. Zur römischen Kaiserzeit bewohnten Germanen das Gebiet, Stämme der Sueben, die sich während der Völkerwanderung in Bewegung setzten. Und während der eine Teil in Nordspanien ein Königreich gründete, zogen die anderen nach Süddeutschland und gaben dem „Schwabenland“ ihren Namen.
ca. 600
In das verlassene Land an der Ostsee rückten die Obodriten nach, ein slawisch-wendischer Volksstamm. An der Wismarer Bucht besaßen darüber hinaus die Wikinger mit dem Ort Reric einen bedeutenden Fernhandelsplatz. Doch im Jahr 808 wurde der zerstört, die Wikingerhändler zogen um in das bei Schleswig gelegene Haithabu.
1226
Die Geschichte von Wismar beginnt mit der Christianisierung im 12. Jhdt. Während die Mecklenburgischen Fürsten sich dem Kaiser unterzuordnen hatten, wurden Siedler angeworben, die von Niedersachsen und Holstein her, ja sogar aus Westfalen an die Wismarer Bucht zogen.
1229
In der Geschichte von Wismar wird die Stadt 1229 erstmals urkundlich erwähnt. Schon kurz darauf wird das Lübische Recht eingeführt. Weitere Siedler zogen nach, so dass St. Marien, St. Nikolai und später auch St. Georgen zusammenwuchsen.
1257
Wismar wird Fürstenresidenz. Fürst Johann I von Mecklenburg verlegte seinen Sitz vor die Tore der Stadt auf den Weberkamp.
Hansestadt Wismar
1259
Der zunehmende Handel der Hansestädte brachte natürlich auch Gefahren mit sich. Seeräuber kaperten immer wieder einzelne Koggen und so trafen sich am 6. September 1259 Gesandte aus Lübeck und Rostock in Wismar, um einen Vertrag zum Schutz vor Überfällen zu schließen.
1280
Zusammen mit Stralsund, Rostock, Lübeck und Hamburg bildete Wismar den Wendischen Städtebund.
1283
Mit dem Rostocker Landfrieden wird die Zusammenarbeit der Städte noch enger. Wismar wuchs zu einem wichtigen Mitglieder der Hanse heran.
1310
Als Mechthild, die Tochter Fürst Heinrich II von Mecklenburg, den Herzog von Braunschweig-Lüneburg, Otto, heiraten sollte und die hochherrschaftliche Feier in der Stadt stattzufinden hatte, kam es zum Aufstand gegen den Landesherrn. Aber schon ein Jahr später musste sich Wismar dem Herzog unterwerfen. Wismar blieb dann noch bis 1358 Residenzstadt.
1375
Wismars Geschichte ist eng mit dem Ostseeraum verbunden. Dänemark, Schweden und die Hanse stritten lange über ihren jeweils möglichst hohen Anteil an Einfluss. Dabei standen die Hansestädte eher zur dänischen Königin gegen die Mecklenburger Fürsten, was wiederum Wismar und Rostock in Schwierigkeiten brachte. Zu der Zeit begannen die Mecklenburger dann auch, Kaperbriefe auszustellen, die die Seeräuber zu ungestraftem Kapern feindlicher Schiffe ermunterte. Als die wohl am meisten Gefürchteten Piraten kennen wir noch die Vitalienbrüder mit ihrem Kapitän Klaus Störtebeker.
1427
Die immer mächtiger werdenden Kaufleute und Fernhändler weckten den Unmut der Bevölkerung und der Handwerkerzünfte. Mit Claus Jesup als ihrem Anführer bildeten sie einen „Neuen Rat“, in Wismar wurden der Führer der Flotte und der Bürgermeister hingerichtet. Aber wie in anderen Städten auch setzten sich am Ende doch die Kaufmännischen Ratsherrn durch.
Reformation in Wismar
Die Mönche des Franziskanerklosters übernahmen schon früh die neuen Lehren Martin Luthers, ihr Kloster wurde zur Lateinschule
Auch die Täufer versuchten, sich in Wismar durchzusetzen. Menno Simons selbst nahm an ihren Treffen teil. 1555 aber verboten die wendischen Hansestädte deren radikalreligiösen Aktivitäten.
Wismar und die Schweden
1632
Der Dreißigjährige Krieg brachte die deutsche Landkarte gehörig durcheinander. 1632 eroberten die Schweden den Brückenkopf Wismar, im Westfälischen Frieden wurde ihnen die Stadt mit der Insel Poel als kaiserliches Lehen zugesprochen. 1653 wurde hier das Obertribunal als höchster Gerichtshof für die schwedischen Gebiete südlich der Ostsee eingerichtet.
1680
Zwischenzeitlich geriet im Schonischen Krieg Wismar 5 Jahre lang in die Hände von dänischen Truppen, aber 1680 zog der schwedische Graf Otto Wilhelm von Königsmark wieder in die Stadt ein und setzte die schwedische Herrschaft fort. Wismar wurde daraufhin zu einer der stärksten Seefestungen Europas ausgebaut.
1716
Nach Schwedens Niederlage im Nordischen Krieg zogen nach langer Belagerung preußisch-dänische Truppen in Wismar ein, die Befestigungsanlagen wurden daraufhin wieder geschleift. Aber die schwedische Geschichte von Wismar endete erst 1803 offiziell, indem die Stadt für 99 Jahre an das Herzogtum Mecklenburg-Schwerin verpfändet wurde. 1903 verzichteten die Schweden endgültig auf die Einlösung des Pfandes.
1848
Mit dem Bau der Eisenbahnstrecke von Schwerin nach Wismar erreichte das neue technische Zeitalter auch Wismar.
1881
Als Hansestadt war Wismar immer eine Stadt der Kaufleute, aber wer hätte sich vorstellen können, was aus einem kleinen Laden in der Krämerstraße 4 einmal entstehen würde. 1881 eröffnete Rudolph Karstadt mit nur einem Angestellten sein „Manufactur-, Confections- und Tuchgeschäft“, den Grundstein für den schnell wachsenden Warenhauskonzern.
1945
Noch in den letzten Wochen des 2. Weltkriegs geriet Wismar unter den massiven Bombenhagel der alliierten englischen und amerikanischen Luftwaffe. In der Nacht vom 14. auf den 15. April wurden noch viele historische Gebäude zerstört, unter anderem die Georgenkirche und die Marienkirche.
Am 2. Mai 1945 befreiten britische und kanadische Soldaten die Stadt und am 1. Juli übernahm die Rote Armee das Kommando.
Wismar wurde Teil der Sowjetischen Besatzungszone und später der DDR.
1990
Nach der Wende erhielt Wismar in Erinnerung an die große Zeit der Hanse offiziell den Namen „Hansestadt Wismar“.
2002
Im Rahmen der Städtebauförderung konnte die historische Altstadt von Wismar fast vollständig saniert werden. Seit 2002 zählt die Altstadt zusammen mit der von Stralsund zum UNESCO-Weltkulturerbe.














