Bremen – Hanseatenstolz
Bremen kann mit prächtigen Sehenswürdigkeiten punkten. Nicht umsonst wurde in der Altstadt von Bremen rund um den Markt das beeindruckende Rathaus, der Dom oder der Schütting in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

Thomlange, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Durch Schnoor und Böttcherstraße ziehen Tausende Besucher. An anderer Stelle wurde leider das geschlossene Bild der Altstadt von Bremen durch Zerstörung im Krieg und nachfolgende Nachkriegs-Bausünden beschädigt. Aber Bremen macht das Beste daraus und zeigt selbstbewusst seine vielen Gesichter, unterbrochen von großzügigen Grünanlagen in den Wallanlagen oder im Bürgerpark.
Der Roland und die Bremer Stadtmusikanten
Unterschiedlicher könnten die bekanntesten Vertreter Bremens kaum sein. Stehen sie in der Altstadt von Bremen vor und seitlich des Rathauses noch nah beieinander, symbolisieren sie doch völlig Gegensätzliches. Der Ritter Roland selbst, ein Neffe Karls des Großen, soll in einer Schlacht gegen die Mauren Heldenhaftes geleistet haben. von den eigenen Leuten verraten, führte er die Kämpfer doch zum Sieg. Etwa um 1404, zeitgleich mit dem Bau des Rathauses stellten die reichen Kaufleute und Ratsherren die mächtige Ritterfigur unübersehbar als Zeichen ihrer Unabhängigkeit und Selbstständigkeit auf.
Die Bremer Stadtmusikanten mögen sich da eher als Sinnbild der kleinen Leute verstehen. Vier Haustiere, ein Esel, ein Hund, eine Katze und ein Hahn, alle alt, nicht mehr gebraucht und verstoßen, schließen sich zusammen. Nur so gelingt es ihnen, noch einmal etwas Glück im Leben zu finden, indem sie die Räuber aus einem Haus im Wald vertreiben und in Frieden zusammen leben. Bremen ist Teil der Deutschen Märchenstraße.

Roland und die Bremer Stadtmusikanten – das ist wie der Gegensatz vom prächtigen Rathaus zu den einfachen Schifferhäuschen im Schnoor, wie Reichtum, Größe und eine Portion Protz zu Bescheidenheit und Enge. Heute jedenfalls werden die Ratsherren von der gesamten Bevölkerung und mit gleichwertiger Stimme gewählt und in die kleinen Schnoorhäuschen sind längst die Liebhaber vom Leben in der Altstadt von Bremen eingezogen mit einladenden Geschäften, Cafés und Restaurants.
Marktplatz, Schnoor und Böttcherstraße

Aaron Zhu, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Markt, Böttcherstraße und Schnoor sind für jeden Besucher der Altstadt von Bremen einfach ein Muss. Rathaus, Schütting und die Bürgerhäuser rund um den Markt zählen aus guten Grund zum UNESCO-Weltkulturerbe, während der Schnoor mit schön restaurierten Altstadthäusern und sehenswerten Geschäften glänzt. Die Böttcherstraße mit den alten Häusern wiederum wurde im letzten Jahrhundert auf Initiative von Ludwig Roselius, dem Gründer von Kaffee HAG als Gesamtkunstwerk restauriert. Das galt in der Nazizeit schon als entartet.
Die Altstadt von Bremen und das Drumherum
Die Altstadt von Bremen ist nicht alles, was in Bremen sehenswert ist. Je nach eigenem Interesse sollten Sie auch die Grünanlagen in den Wallanlagen oder den Bürgerpark besuchen und das „Viertel“ mit seinem kunterbunten Gemisch aus Bewohnern zwischen Döner-Imbiss und Kleinkunstbühne. Hier ist abends immer was los. Bei gutem Wetter wird aber auch die Große Schlachte, die Promenade direkt am Weserufer zum einzigartigen Biergarten.
Kunstinteressierte kommen in Bremen bestimmt auf ihre Kosten. Hier gibt es eine ganze Reihe hochkarätiger Museen und Galerien mit Werken namhafter Künstler von der Gotik bis zur Gegenwartskunst. Allein Paula Modersohn-Becker, die ganz in der Nähe in Worpswede gewirkt hat, ist ein eigenes Museum gewidmet.
Auf der Kulturmeile laden die Kunsthalle Bremen, das Design-Zentrum Wilhelm-Wagenfeld-Haus und das Gerhard-Marcks-Haus sowie das Theater am Goetheplatz ein.
Entdeckungen – Ein Gang durch die Museen
Die Museen in Bremen befassen sich mit der Geschichte der Stadt und insbesondere mit der Lage als Hafenstadt, die Handel mit aller Welt treibt. Einen anderen Schwerpunkt bildet die Kunst. Von der Gotik bis zur Gegenwartskunst werden viele hochwertige Kunstobjekte und Künstler in den Museen in Bremen vorgetellt. Paula Modersohn-Becker hat lange Zeit in Worpswede bei Bremen gelebt.
Focke-Museum
1200 Jahre Bremen werden im Bremer Landesmuseum vorgestellt. Eine multimediale Ausstellung führt durch die Geschichte. Wie lebten Bremens reiche Bürger oder die Landbevölkerung in den Dörfern der Umgebung.
Focke-Museum, Bremer Landesmuseum
Museen in Bremen
Schwachhauser Heerstraße 240, Bremen
www.focke-museum.de
Überseemuseum
„In 80 Minuten um die Welt“, stellt sich das Überseemuseum vor und entführt den Besucher in fremde, exotische Kulturen. Ob Südsee, Asien, Afrika oder Amerika, anhand tausender Exponate lädt das Museum zu einer Reise durch die Welt und durch die Zeit.
Überseemuseum
Museen in Bremen
Bahnhofsplatz 13, Bremen
www.ueberseemuseum.de
Universum

Große und kleine Forscher und Neugierige können hier viel über sich und die Welt erfahren. Von außen wie ein riesiger Wal erscheinend entführt das Universum in verschiedene Themenwelten. „Expedition Mensch“ bietet viele Experimente, die sich um den eigenen Körper und die Sinne drehen. Der Bereich „Natur“ zeigt die Welt und mit der „Expedition Kosmos“ geht es ins Weltall.
Universum
Museen in Bremen
Wiener Straße 2, Bremen
www.universum-bremen.de
Dom Museum
Kirchenschätze aus 1200 Jahren Dom in Bremen, Beigaben aus Bischofsgräbern und Gemälde im Dom Museum
Bleikeller
Im Bleikeller werden Mumien aus dem 17. und 18. Jhdt gezeigt. Die trockene Luft hat die Körper konserviert.
Dom Museum
Museen in Bremen
Sandstraße 10-12, Bremen
www.stpetridom.de
Weserburg-Museum für moderne Kunst
Eines der größten Museen Deutschlands für die Kunst der Gegenwart mit Werken von Beuys, Georg Baselitz, Markus Lippertz oder Sigmar Polke und vielen anderen.
Weserburg-Museum
Museen in Bremen
Teerhof 20, Bremen
wwww.weserburg.de
Kunsthalle Bremen
Den Bogen von der Gotik bis in die Moderne spannt die Kunsthalle Bremen. Lucas Cranach d.Ä. ist ebenso vertreten wie Cézanne und van Gogh, Munch und Picasso. Der Malerin Paula Modersohn-Becker ist ein eigener Saal gewidmet. Auch die zeitgenössische Kunst wrid vorgestellt, ebenso Video-Installationen. Im Kupferstichkabinett werden mehr als 200.000 Blätter bewahrt, unter anderen von Goya und Dürer.
Kunsthalle Bremen
Museen in Bremen
Am Wall 207, Bremen
www.kunsthalle-bremen.de
Paula Modersohn-Becker-Museum

Paula Modersohn-Becker (1876 – 1907) hat als Malerin zuerst in der nahen Künstlerkolonie Worpswede, später in Paris Erstaunliches geschaffen und ihren ganz eigenen Stil frei von jeder Idealisierung geschaffen. 1927 galt das Museum als das erste, das dem Werk einer Frau gewidmet wurde.
Paula Modersohn-Becker Museum
Museen in Bremen
Böttcherstraße 6-10
www.museen-boettcherstrasse.de
Gerhard-Marcks-Haus
Gerhard Marcks, Bildhauer des 20. Jhdts. ist dieses Museum gewidmet. Vom Schöpfer der Skulptur der Bremer Stadtmusikanten neben dem Rathaus werden hier weitere Figuren, Zeichungen und Holzschnitte gezeigt.
Gerhard Marcks Haus
Am Wall 208, Bremen
www.marcks.de
Bremer Geschichtenhaus
Direkt im Schnoor in einem alten Speicher werden Bremer Geschichten lebendig. Akteure in historischen Kostümen erzählen von Gesche Gottfried oder Humpelbein Holtenbeen.
Bremer Geschichtenhaus
Wüstestätte 10, Bremen
www.bremer-geschichtenhaus.de
Hafenmuseum
Bremen ist als Hafenstadt eng mit dem Meer und der Seefahrt verbunden. Am ehemaligen Überseehafen in einem historischen Speicher taucht der Besucher in die Welt der Hafenarbeiter, der Kapitäne und der Matrosen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ein.
Hafenmuseum
Museen in Bremen
Am Speicher XI, Bremen
wwww.hafenmuseum-speicherelf.de
Geschichte – Die Hanse und der stolze Roland
Ein Höhenzug an einem Flusslauf. Ein Fluss, der Fisch spendet und frisches Wasser und über den andere Siedlungen gut zu erreichen sind. Die Geschichte von Bremen beginnt wie so viele Stadtgeschichten. Und der über 20 Kilometer lange Dünenzug an der Weser schützt die Siedler vor Hochwasser und Überschwemmung. Irgendwann lassen sich jungsteinzeitliche Bauern auch auf dieser Düne nieder.
ca. 250
Die Sachsen drängen in das Gebiet des heutigen Bremens. Ob sie die ansässigen Chauken vertrieben oder sich mit ihnen vermischten, ist nicht geklärt. Funde vom Marktplatz und rund um den Dom zeugen von einer Besiedlung zur Zeit der Völkerwanderung. Das altsächsische Wort Bremo heißt soviel wie Rand oder Düne. Im Laufe der Geschichte von Bremen entwickelte sich daraus der Name Bremen.
Erzbistum Bremen
780
Kaiser Karl der Große und die Sachsen. Mit harter Hand unterwirft er die Stämme und lässt sie taufen. Zur Missionierung schickt er den Geistlichen Willehad in das Bremer Umland. Auf dem höchsten Punkt der Düne lässt er eine Kirche bauen, die Petrus geweiht wird. Willehad wird der erste Bischof in der Geschichte von Bremen.
845
Immer wieder überfallen die Wikinger die Städte des Reiches. Als Hamburg zerstört wird, flieht Erzbischof Ansgar nach Bremen. Bremen wird daraufhin Erzbistum. der Bischof ist auch gleichzeitig weltlicher Herr.
965
Bremen darf eigene Zöller erheben, Münzen prägen und Gericht halten. Der Handel weitet sich aus. Bremer Kaufleute treiben Handel mit Norwegen, England und von Finnland bis zur spanischen Halbinsel.
1186
Bremen erhält unter Friedrich I. Barbarossa das Stadtrecht.
Hin und her mit der Hanse
1260
Bremen wird Mitglied der Hanse. Zum ersten Mal in der Geschichte von Bremen, aber schon nach 25 Jahren, als Bremen sich nicht an der Blockade Norwegens beteiligt, wird die Stadt aus dem Städtebund ausgeschlossen.
1358
Durch den Boykott der Hanse mit Flandern und durch die Hoyaer Fehde ist Bremen verarmt. Gesandte werden nach Lübeck geschickt und Bremen wird wieder Mitglied der Hanse.
1404
Gegenüber dem Erzbischof wird der Rat der Stadt immer einflussreicher. Das Rathaus wird gebaut. Der Roland steht für die weltliche Unabhängigkeit.
1427
Nachdem der Bremer Bürgermeister aufgrund innerer Streitereien aus der Stadt fliehen musste und gegen die Stadt intrigierte, wurde Bremen aus der Hanse ausgeschlossen. Insgesamt viermal in der Geschichte von Bremen wird die Stadt Mitglied der Hanse und wird wieder ausgeschlossen. Zunächst wieder 1438.
1522
Reformation in Bremen. Bremen wird protestantisch.
1563
Wegen des Religionsstreits zwischen Lutheranern und Reformierten wurde Bremen zwischen 1563 und 1576 erneut aus der Hanse ausgeschlossen.
Neuer Hafen
1619
Nach und nach versandet die Weser. Die immer größer werdenden Handelsschiffe können das Stadtgebiet nicht mehr erreichen. Nördlich von Bremen im Vorort Vegesack wird der erste künstliche Seehafen in der Geschichte von Bremen und Deutschlands angelegt.
1646
Bremen wird freie Reichsstadt.
1648
Am Ende des Dreißigjährigen Krieges geht Bremen in schwedischen Besitz über. 1712 übernimmt Dänemark die Stadt und verkauft Bremen 1715 an den Kurfürst von Hannover.
1776
Ein intensiver Handel mit den neu gegründeten Vereinigten Staaten von Amerika beginnt.
1806
Napoleonische Truppen besetzen Europa. Bremen wird Hauptstadt des Départements des Bouches du Weser. 1814 verlassen die französischen Truppen Bremen. Die Stadt wird in den Deutschen Bund als souveräner Staat aufgenommen und nennt sich Freie Hansestadt.
Bremerhaven
1827
Die Versandung der Weser schreitet voran. Um den Zugang zum Seehandel zu erhalten, kauft Bremen ein Gelände an der Wesermündung und gründet Bremerhaven. Bremerhaven wird Auswandererhafen. Über sieben Millionen Auswanderer verlassen über Bremerhaven die „Alte Welt“ in Richtung Amerika.
1939 – 1945
U-Boote, Panzer und Flugzeuge werden in Bremen gebaut. Daher gerät die Stadt ins Visier der alliierten Luftangriffe. Der Hafen und große Teile der Stadt werden zerstört.
1947
Bremen und Bremerhaven werden zusammen eigenständiges Bundesland.
1971
Bremen wird Universitätsstadt.














