Wismar

Wismar

Einwohner:
ca. 42.000

Gemeinsam mit Stralsund UNESCO-Weltkulturerbe seit 2002

Bundesland:
Mecklenburg-Vorpommern

Wismars Geschichte

Von Kaufleuten, Piraten und Schweden

Gut geschützt durch die Bucht und die vorgelagerte Insel Poel blickt Wismar auf eine aufregende Geschichte und eine abenteuerliche Vergangenheit zurück.

Germanen, Slawen, Wikinger, Hansekaufleute und Piraten, Schweden, Dänen und Preußen - sie alle gaben sich die Klinke in die Hand.

Ausgrabungen und Funde zeugen von einer uralten Besiedlung, die bis weit in die Vorzeit der Geschichte hineinreicht. Zur römischen Kaiserzeit bewohnten Germanen das Gebiet, Stämme der Sueben, die sich während der Völkerwanderung in Bewegung setzten. Und während die einen in Nordspanien ein Königreich gründeten, zogen die anderen nach Süddeutschland und gaben dem „Schwabenland“ ihren Namen.

ca. 600

In das verlassene Land an der Ostsee rückten die Obodriten nach, ein slawisch-wendischer Volksstamm. An der Wismarer Bucht besaßen darüber hinaus die Wikinger mit dem Ort Reric einen bedeutenden Fernhandelsplatz. Doch im Jahr 808 wurde der zerstört, die Wikingerhändler zogen um in das bei Schleswig gelegene Haithabu.

1226

Die Geschichte Wismars beginnt mit der Christianisierung im 12. Jhdt. Während die Mecklenburgischen Fürsten sich dem Kaiser unterzuordnen hatten, wurden Siedler angeworben, die von Niedersachsen und Holstein her,  ja sogar aus Westfalen an die Wismarer Bucht zogen.

1229

In der Geschichte wird die Stadt Wismar 1229 erstmals urkundlich erwähnt. Schon kurz darauf wird das Lübische Recht eingeführt. Weitere Siedler zogen nach, so dass St. Marien, St. Nikolai und später auch St. Georgen zusammenwuchsen.

1257

Wismar wird Fürstenresidenz. Fürst Johann I von Mecklenburg verlegte seinen Sitz vor die Tore der Stadt auf den Weberkamp.

Hansestadt Wismar

1259

Der zunehmende Handel der Hansestädte brachte natürlich auch Gefahren mit sich. Seeräuber kaperten immer wieder einzelne Koggen und so trafen sich am 6. September 1259 Gesandte aus Lübeck und Rostock in Wismar, um einen Vertrag zum Schutz vor Überfällen zu schließen.

1280

Zusammen mit Stralsund, Rostock, Lübeck und Hamburg bildete Wismar den Wendischen Städtebund.

1283

Mit dem Rostocker Landfrieden wird die Zusammenarbeit der Städte noch enger. Wismar wuchs zu einem wichtigen Mitglieder der Hanse heran.

1310

Als Mechthild, die Tochter Fürst Heinrich II von Mecklenburg, den Herzog von Braunschweig-Lüneburg, Otto, heiraten sollte und die hochherrschaftliche Feier in der Stadt stattzufinden hatte, kam es zum Aufstand gegen den Landesherrn. Aber schon ein Jahr später musste sich Wismar dem Herzog unterwerfen. Wismar blieb dann noch bis 1358 Residenzstadt.

1375

Wismars Geschichte ist eng mit dem ostseeraum verbunden. Dänemark, Schweden und die Hanse stritten lange über ihren jeweils möglichst hohen Anteil an Einfluss. Dabei standen die Hansestädte eher zur dänischen Königin gegen die Mecklenburger Fürsten, was wiederum Wismar und Rostock in Schwierigkeiten brachte. Zu der Zeit begannen die Mecklenburger dann auch, Kaperbriefe auszustellen, die die Seeräuber zu ungestraftem Kapern feindlicher Schiffe ermunterte. Als die wohl am meisten Gefürchteten Piraten kennen wir noch die Vitalienbrüder mit ihrem Kapitän Klaus Störtebeker.

1427

Die immer mächtiger werdenden Kaufleute und Fernhändler weckten den Unmut der Bevölkerung und der Handwerkerzünfte. Mit Claus Jesup als ihrem Anführer bildeten sie einen „Neuen Rat“, in Wismar wurden der Führer der Flotte und der Bürgermeister hingerichtet. Aber wie in anderen Städten auch setzten sich am Ende doch die Kaufmännischen Ratsherrn durch.

Reformation in Wismar

Die Mönche des Franziskanerklosters übernahmen schon früh die neuen Lehren Martin Luthers, ihr Kloster wurde zur Lateinschule
Auch die Täufer versuchten, sich in Wismar durchzusetzen. Menno Simons selbst nahm an ihren Treffen teil. 1555 aber verboten die wendischen Hansestädte deren radikalreligiösen Aktivitäten.

Wismar und die Schweden

1632

Der Dreißigjährige Krieg brachte die deutsche Landkarte gehörig durcheinander. 1632 eroberten die Schweden den Brückenkopf Wismar, im Westfälischen Frieden wurde ihnen die Stadt mit der Insel Poel als kaiserliches Lehen zugesprochen. 1653 wurde hier das Obertribunal als höchster Gerichtshof für die schwedischen Gebiete südlich der Ostsee eingerichtet.

1680

Zwischenzeitlich geriet im Schonischen Krieg Wismar 5 Jahre lang in die Hände von dänischen Truppen, aber 1680 zog der schwedische Graf Otto Wilhelm von Königsmark wieder in die Stadt ein und setzte die schwedische Herrschaft fort. Wismar wurde daraufhin zu einer der stärksten Seefestungen Europas ausgebaut.

1716

Nach Schwedens Niederlage im Nordischen Krieg zogen nach langer Belagerung preußisch-dänische Truppen in Wismar ein, die Befestigungsanlagen wurden daraufhin wieder geschleift. Aber erst 1803 endete die schwedische Herrschaft offiziell, indem die Stadt für 99 Jahre an das Herzogtum Mecklenburg-Schwerin verpfändet wurde. 1903 verzichteten die Schweden endgültig auf die Einlösung des Pfandes.

1848

Mit dem Bau der Eisenbahnstrecke von Schwerin nach Wismar erreichte das neue technische Zeitalter auch Wismar.

1881

Als Hansestadt war Wismar immer eine Stadt der Kaufleute, aber wer hätte sich vorstellen können, was aus einem kleinen Laden in der Krämerstraße 4 einmal entstehen würde. 1881 eröffnete Rudolph Karstadt mit nur einem Angestellten sein „Manufactur-, Confections- und Tuchgeschäft“, den Grundstein für den schnell wachsenden Warenhauskonzern.

1945

Noch in den letzten Wochen des 2. Weltkriegs geriet Wismar unter den massiven Bombenhagel der alliierten englischen und amerikanischen Luftwaffe. In der Nacht vom 14. auf den 15. April wurden noch viele historische Gebäude zerstört, unter anderem die Georgenkirche und die Marienkirche.

Am 2. Mai 1945 befreiten britische und kanadische Soldaten die Stadt und am 1. Juli übernahm die Rote Armee das Kommando.
Wismar wurde Teil der Sowjetischen Besatzungszone und später der DDR.

1990

Nach der Wende erhielt Wismar in Erinnerung an die große Zeit der Hanse offiziell den Namen „Hansestadt Wismar“.

2002

Im Rahmen der Städtebauförderung konnte die historische Altstadt von Wismar fast vollständig saniert werden. Seit 2002 zählt die Altstadt zusammen mit der von Stralsund zum UNESCO-Weltkulturerbe.

 

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