Erfurt

Erfurt

Einwohner:
ca. 204.000

Bundesland:
Thüringen

Hauptstadt des Freistaates Thüringen

Hotels

Erfurts Geschichte

Von Handelswegen und Konfessionen

Dort, wo sich zwei große Handelsstraßen treffen, da entsteht fast zwangsläufig eine Stadt. Schon lange vor unserer Zeit wurde hier gehandelt an der '"Via regia". Die Ost-West Verbindung führte von Paris über Frankfurt durch das Thüringische Becken über Leipzig bis nach Kiew. und Nowgorod. Bei "Erphesfurt" kreuzte in Nord-Süd-Richtung der Nürnberger Geleitweg die Handelsstraße.

531

Schon 531, als die Thüringer den Franken unterlagen und das Land in deren Reich eingegliedert wurde, wurde Erphesfurt als Ort erwähnt, der "schon von altersher eine Stadt der heidnischen Bauern gewesen" sei.

742

Um das zu ändern und in päpstlich-christlichem Auftrag kam Bonifatius nach Erfurt und ernannte, nachdem er im Steigerwald durch das Fällen der Kulteiche den Widerstand der alten Götter gebrochen haben soll, die Stadt zu seinem Bischofssitz.

Das währte allerdings nur solange, bis er selbst zum Bischof von Mainz ernannt wurde. Über 1000 Jahre lang bis 1802 herrschten die Mainzer Erzbischöfe dann über der Stadt.

805

Auch Karl der Große förderte Erfurt als Handelsplatz an der Grenze zu den slawischen Völkern.

936

Auf dem Petersberg entstanden ein Kloster und eine Königspfalz, in der Otto I als Nachfolger seines Vaters Heinrich I bestimmt wurde.

Kaiser Friedrich I "Barbarossa" veranstaltete immerhin fünfmal einen Reichstag in der inzwischen wohlhabenden Stadt.

1181

Auf dem Reichstag 1181 in Erfurt kam nach langer Zeit der Streit um Land, Lehen und macht zwischen Barbarossa und seinem Vetter zum Ende. Heinrich der Löwe musste sich unterwerfen.

1283

Mit dem Wohlstand wuchs auch das Selbstvertrauen der Erfurter Bürger. Seit 1283, nach einem Aufstand der Bürger, hatten auch die Zünfte neben den Patriziern im Rat mitzureden.

1298

1298 kämpften die Erfurter erstmals unter ihrem Stadtwappen an der Seite Rudolf von habsburg gegen die Raubritter, die ihren handel empfindlich störten. 1290 wurde die Ordnung mit dem "Thüringer Landfrieden" wieder hergestellt.

Das Streben nach Autonomie wurde

1348

mit einem Erlass Kaiser Karls IV belohnt, der Erfurt das Reichslehen und die Brg Kapellendorf zusprach. jetzt durfte Erfurt auch eigene Münzen prägen.

Blau machen

Eine kleine Pflanze verhalf Erfurt zu weiterem Reichtum. In vielen thüringischen Dörfern wurde die Isatis tinctoria angebaut. Eine Waidpflanze, aus deren Blättern ein Pulver hergestellt wird, das zum Blau färben verwendet wurde. Bis ins 16. Jhdt. hinein galt Erfurt als Europas wichtigster Handelsplatz für dieses beliebte und kostbare Färbemittel. Dann beendete die Einfuhr des billigeren Indigo diese Lizenz zum Geld verdienen.

1392

Der Reichtum Erfurts ermöglichte es schon 1392, eine Universität zu gründen, deren Ruf sich schnell verbreitete. Der später wohl berühmteste Student war wohl ein Bergmannssohn aus Mansfeld. Als Siebzehnjähriger begann 1501 Martin Luther mit einem Jurastudium.

Aber wie die Geschichte so oft, sollte es anders kommen. Während eines besonders starken Gewitters schwor er Gott, falls er das Unwetter überleben sollte, Mönch zu werden. Bestimmt hat aber die humanistische Ausbildung während der Erfurter Studienjahre seine Gedanken zur Reformation maßgeblich beeinflusst.

1530

Schon 1530 wurde das Nebeneinander der Konfessionen in Erfurt geregelt. St. Severi, der Dom und sechs weitere Kirchen blieben katholisch. In den anderen wurde evangelisch gepredigt. Damit setzten sich die Erfurter auch gegen den Mainzer Erzbischof durch. In der Universität wurde, einmalig im Deutschen Reich, sowohl evangelisch als auch katholisch gelehrt.

Keine Chance gegen den Erzbischof

Erst verlor Erfurt mit dem Rückgang des Waidhandels seine große Einnahmequelle, dann forderte der 30-jährige Krieg ein Drittel der Bevölkerung. Diese Schwäche wollte der Mainzer Erzbischof nutzen und seinen Anspruch stärken, doch die Erfurter wehrten sich erbittert.

1663

Der Bote, der 1663 vor der Stadt die Reichsacht verkündete, wurde für einige Tage gefangen genommen. Daraufhin schickte der Erzbischof 15.000 Soldaten, die die Stadt belagerten.

1665

Am 6. Oktober 1665 zogen die Truppen in die Stadt ein. Ein Statthalter wurde eingesetzt, die Erfurter mussten sich in ihr Schicksal fügen. Zum Zeichen des Machterhalts wurde mit dem Bau der Zitadelle Petersberg begonnen.

Preußen - Napoleon - Preußen

1802

Anfang des 19. Jahrhunderts verlor Preußen an Frankreich seine linksrheinischen Besitzungen. Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation musste neu geordnet werden, Erfurt wurde eingetauscht und gehörte fortan zu Preußen. Im August 1802 marschierte ein kleines Heer von 3.500 Mann in die Stadt und setzte den Anspruch durch.

1806

Kurze Zeit später überrannten die Franzosen unter Napoleon Europa. nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt zogen die Franzosen als Herren auf den Petersberg, auf dem sich Napoleon oft aufhielt.

1813

Aber das misslungene russische Abenteuer zwang die französische Armee zum Rückzug und preußische Kanonen richteten sich auf die Zitadelle. Der Wiener Kongress sprach Erfurt dann wieder den Preußen zu.

1873

Aufschwung und Industrialisierung kamen im 19. Jhdt. in Erfurt nur langsam voran. Erst die Reichsgründung 1871 und die damit verbundene Entfestung, der Wegfall des Festungsgürtels um die Stadt im Jahre 1873, schuf Platz für Neues und Raum für Entwicklung.

1906

1906 wurde Erfurt Großstadt.

1945

Am 12. April 1945 befreiten die Amerikaner die Stadt Erfurt und am 3. Juli übernahm die Rote Armee das Kommando.

Willy - Willy

1970

1970 jubelte eine begeisterte Menge vor dem "Erfurter Hof" dem neuen Hoffnungsträger aus dem Westen, Willy Brandt, der sich für die Annäherung an den osten stark machte, zu. Das Treffen in Erfurt mit dem DDR-Ministerpräsidenten Willi Stoph brachte wesentliche Erleichterungen im Miteinander beider deutscher Staaten.

1994

Und wie damals eine der ersten Universitäten in Erfurt gegründet wurde, die aber 1816 geschlossen wurde, bekam die Stadt 1994 Deutschlands jüngste Universität. In diesem Jahr erhob auch Johannes Paul II Erfurt wieder, nach über 1250 Jahren zum zweiten Mal zum Bischofssitz.

Im September 2011 besuchte Papst Benedikt XVI die Stadt.

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