Die Altstadt von Augsburg – eine Städtereise

Augsburg – Fugger und Welser

„Augusta Vindelicum“ nannten die römischen Feldherrn Drusus und Tiberius eines der Militärlager nach ihrem Kaiser Augustus. Aus diesem Lager in den eroberten Gebieten nördlich der Alpen entwickelte sich schnell die Hauptstadt der Provinz Raetien. Leider erinnern heute in der Altstadt von Augsburg keine Überreste der antiken Kultur mehr an die Anfänge Augsburgs. „Die Altstadt von Augsburg – eine Städtereise“ weiterlesen

Sehenswürdigkeiten in Augsburg

Ein Rundgang durch Augsburgs Altstadt

In Augsburg wurde Religionsgeschichte geschrieben. Katholizismus und Reformation trafen hier aufeinander, hier wurden bedeutende, richtungsweisende Verhandlungen geführt und Beschlüsse gefasst. Und ganz besonders trifft das auf das Kloster St. Anna zu, wo dieser Rundgang zu den Sehenswürdigkeiten in Augsburg beginnt. „Sehenswürdigkeiten in Augsburg“ weiterlesen

Museen in Augsburg

Entdeckungen – Ein Gang durch die Museen

2000 Jahre Geschichte, Kunst und Kultur, Römisches Reich und Religionsfrieden, Augsburg hat viel erlebt. Und das wird auch gezeigt in den spannenden Museen in Augsburg. Entdecken Sie die unterschiedlichsten Facetten dieser Stadt bei Ihrer Reise nach Augsburg. Hier ein Überblick.

Römisches Museum

Die Gründung Augsburgs und die frühe Geschichte geht auf die Besatzung durch die Römer zurück . Und sie haben in der Hauptstadt ihrer Provinz Raetien ihre Spuren hinterlassen. Zeugnisse dieser Epoche werden im Römischen Museum, das zur Zeit aus baulichen Gründen im Zeughaus Zwischenstation gemacht hat, vorgestellt.

Die Präsentation „Römerlager – Das römische Augsburg in Kisten“ informiert über die Stadtgründung, das Leben im Alltag, Militär, Handel und Handwerk.

Museum „Römerlager – Das römische Augsburg in Kisten“
Toskanische Säulenhalle im Zeughaus
Augsburg, Zeugplatz 4

Schwäbisches Handwerkermuseum

Hier wird altes Handwerk wieder lebendig. In originalgetreu gestalteten Werkstätten wird die Arbeit der Schumacher, Zimmerleute oder Bader anschaulich vor Augen geführt.
Das Schwäbische Handwerkermuseum wird von der Handwerkskammer Schwaben getragen.

Schwäbisches Handwerkermuseum
Augsburg, Beim Rabenbad 6

Diözesanmuseum St. Afra

Das Museum gleich hinter dem Dom führt zurück in das Bistum des heiligen Ulrich. Das bekannte Bronzeportal des Augsburger Doms ist hier zu sehen genau wie Kirchenschätze aus der Zeit der Gotik und des Barock. Dazu Textilien aus dem Mittelalter und Ausgrabungen aus der Zeit der Römer.
Ein Teil des Museums befindet sich im alten romanischen Kapitelsaal und in einer Kapelle von 1484.

Museen in Augsburg
Diözesanmuseum St. Afra
Augsburg, Kornhausgasse 3-5

Fugger und Welser Erlebnismuseum

Welchen Einfluss hatten die Familien Fugger und Welser in der Renaissancezeit in Europa und der Welt? Was verhalf den Familien zu ihrem Reichtum und was bedeutete die Entdeckung der Neuen Walt für Sie? In dem modernen Museum wird Geschichte interaktiv erfahrbar.

Fugger und Welser Erlebnismuseum
Augsburg, Äußeres Pfaffengässchen 23

Schaezlerpalais

In dem historischen Gebäude des Schaezlerpalais zeigt die Deutsche Barockgalerie berühmte Werke aus der Zeit des Barock u.a. von Lukas Cranach d.Ä., Antonius van Dyck, Paulo Veronese oder Johann Georg Bergmüller. Außerdem präsentiert die Sammlung Staatsgalerie u.a. das bekannte Porträt Albrecht Dürers, das er von Jakob Fugger dem Reichen anfertigte sowie Werke von Hans Holbein d.Ä. und Hans Burgkmair.
Höhepunkt des Schaezlerpalais ist der prächtig ausgeschmückte Rokokofestsaal

Schaezlerpalais
Augsburg, Maximilianstraße 46

Textil- und Industriemuseum

Mensch, Maschine, Muster und Mode im Mitmach-Museum. Hier wird die Geschichte von Kleidung und Stoffen zu einem interaktiven Erlebnis. In der umfangreichen Ausstellung werden zum Beispiel auf vier Meter hohe Frauenfiguren wechselnd verschiedene Kleider projiziert.
Das kurz „tim“ genannte Museum ist in der ehemaligen Augsburger Kammgarn-Spinnerei untergebracht. Im historischen Gebäude ist noch der Geist der Gründerzeit zu spüren.
Bayerisches Textil- und Industriemuseum

Augsburger Kammgarn-Spinnerei
Augsburg, Provinostraße 46

Kunstmuseum Walter

Das private Kunstmuseum verfügt über 1.600 Werke der modernen Kunst, Kunst der Nachkriegszeit und der Gegenwart. Aber auch Kunst aus der ersten Hälfte des 20 Jhdts.

Kunstmuseum Walter
Augsburg, Beim Glaspalast 1

Mozarthaus

Leopold Mozart, der Vater von Wolfgang Amadeus Mozart wurde in diesem Haus in Augsburg geboren. Schon Leopold Mozart war Musiker und Komponist und außerdem Entdecker und Manager seines Sohnes. Hier steht das Leben und die Musik der Familie Mozart im Mittelpunkt.

Mozarthaus
Augsburg, Frauentorstraße 30

Jüdisches Kulturmuseum

In der Augsburger Synagoge berichtet eine Dauerausstellung über die Geschichte und Kultur der Augsburger Juden ab dem Mittelalter bis heute und ihre Bedeutung für Augsburg. Die Ausstellung wird unterstützt durch interaktive Medien, für Kinder sind eigene Stationen eingerichtet mit kindgerecht aufbereiteten Informationen.

Jüdisches Kulturmuseum
Augsburg, Halderstraße 6-8

MAN Museum

Auch das gibt es in den Museen in Augsburg. Der erste Dieselmotor von 1893 ist hier zu sehen, denn der Name Rudolf Diesel ist eng mit der MAN, der Maschinenfabrik Augsburg Nürnberg verbunden. Dazu viele Originalausstellungsstücke und Modelle zur Industriegeschichte. Auch die Entwicklung der Druckmaschinen wird anhand von Originalmaschinen verdeutlicht.

MAN-Museum
Augsburg, Heinrich-von-Buz Str. 28

H2 – Zentrum für Gegenwartskunst

In den Museen in Augsburg wird auch zeitgenössische Kunst gezeigt. Im Glaspalast wird die Kunst der Gegenwart gezeigt. Im Wechsel werden Kunstwerke aus den Augsburger Sammlungen und Museen gezeigt. In der mit einbezogenen Staatsgalerie Moderne Kunst werden Bilder aus der Bayerischen Staatsgemäldesammlung präsentiert

H2
Augsburg, Beim Glaspalast 1

„Die Kiste“ – Puppentheatermuseum der Augsburger Puppenkiste

Wer hat sie nicht geliebt, die Marionettenhelden der Augsburger Puppenkiste: Urmel, Wutz und Ping Pinguin, Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer, die Blechbüchsenarmee, Kalle Wirsch und viele, viele mehr. In der „Kiste“ sind sie ganz aus der Nähe zu bestaunen.
Das Puppenmuseum ist dem Theater der Augsburger Puppenkiste angeschlossen.

Die Kiste
Augsburg, Spitalgasse 15

Maximilianmuseum

Innerhalb der Themen Skulptur, Kunsthandwerk und Stadtgeschichte werden Werke aus der Spätrenaissance gezeigt, inspiriert von italienischen oder dort ausgebildeten Künstlern. Außerdem wertvolle Goldschmiedearbeiten aus der Zeit, als Augsburg als europäische Metropole des Goldschmiedehandwerks bezeichnet wurde.

Maximilianmuseum
Augsburg, Fuggerplatz 1

Brechthaus

Einer der berühmtesten Söhne Augsburgs ist Bertolt Brecht. In seinem Geburtshaus in der Altstadt wird über das Leben und Werk des Dichters informiert

Brechthaus
Augsburg, Auf dem Rain 7

Bummeln Sie während Ihrer Reise durch die Altstadt von Augsburg und genießen Sie das Ambiente einer Stadt, die schon zu Augustus‘ Zeiten gegründet wurde. Besuchen Sie die Sehenswürdigkeiten in Augsburg, die Museen und Ausstellungen. In der Geschichte von Augsburg erfahren Sie einiges darüber, wie sich Augsburg zu einer Stadt der Buchdruckereien und der Großkaufleute entwickelte.

Geschichte von Augsburg

Raetien, Rom und Religionsfrieden

Als Rom, die antike Weltmacht, sich immer weiter ausbreitete und auch in Germanien Fuß fasste, ließen die Feldherrn Drusus und Tiberis nördlich der Alpen ein Militärlager errichten, das sie nach ihrem Kaiser „Augusta Vindelicum“ nannten. Hier beginnt die Geschichte von Augsburg.

Augusta Vindelicum

8 v. Chr.

Gegründet wohl etwa 8 v. Chr.  entwickelte sich im Laufe der nächsten einhundert Jahre daraus die Hauptstadt der neuen Provinz Raetien, nach Norden hin durch den Limes vor den germanischen Stämmen  geschützt.

738

Es ist anzunehmen, dass die Stadt schon seit der Christianisierung Roms Sitz eines Bischofs war, belegt ist das aber erst seit dem Jahr 738. Etwa um 800 wurde mit dem Bau des ersten Domes begonnen.

955

Immer wieder wurde das Reich von plündernden und raubenden Reiterhorden der Ungarn heimgesucht. Erst Kaiser Otto I. gelang es u.a. mit Hilfe des Augsburger Bischofs Ulrich die Ungarn endgültig in der Schlacht auf dem Lechfeld südlich Augsburgs zu schlagen.

1156

Kaiser Friedrich I. Barbarossa legte den Grundstein für Augsburgs Aufschwung, in dem er am 21. Juni 1156 der Stadt das Stadtrecht verlieh. Später erhielt Augsburg den Status der Reichsunmittelbarkeit und durfte sich Freie Reichstadt nennen.

Wie in vielen Städten führte auch in der Entwicklung und in der Geschichte von augsburg Auch in Augsburg das Erstarken des Bürgertums zu Auseinandersetzungen mit der Herrschaft des Fürstbischofs. Am Ende wurde die bischöfliche Hauptresidenz daraufhin nach Dillingen an der Donau verlagert.

1368

Als die Herrschaft über die Stadt sich auf einige wenige Patrizierfamilien konzentrierte, kam es 1368 zu einem Aufstand der Handwerker. Mit der Einführung einer Zunftverfassung wuchs jetzt auch die Macht der Zünfte.

Inzwischen pflegten die Augsburger Kaufleute  Handelsbeziehungen zu den Niederdeutschen Städten der Hanse genauso wie nach Italien. Augsburg entwickelte sich zu einer wichtigen Handelsstadt.

Buchdruck und Verlage

ab 1468

Günther Zainer, der die damals noch junge, von Johannes Gutenberg entwickelte Kunst des Druckens mit beweglichen Lettern beherrschte, ließ sich in Augsburg nieder und begann, eine ganze Reihe von Büchern und Schriften, meist in deutscher Sprache, herauszugeben.

Auch  weitere Drucker, zum Beispiel Johann Schönsperger, folgten seinem Beispiel und so galt Augsburg um 1500 als einer der bedeutendsten Verlagsorte in Europa.

Fugger und Welser

In der Geschichte von Augsburg taten sich im 15. und 16. Jhdt. als einflussreichste Kaufleute die Fugger hervor. Mit ihrem für damalige Verhältnisse unermesslichen Reichtum finanzierten Jakob und Anton Fugger selbst Könige und Kaiser und auch der Papst stand auf ihrer Liste.

1521

Als die älteste Sozialsiedlung der Welt stiftete Jacob Fugger 1521 die "Fuggerei", eine Stadt in der Stadt, in der Bedürftige gegen einen symbolischen Betrag von einem Rheinischen Gulden ( heute 0,88 € ) im Jahr und drei Gebeten täglich für die Stifterfamilie noch heute wohnen können.

Als eine weitere Familie kamen zu der Zeit auch die Welser zu Reichtum, Macht und Einfluss. Ihr Erfolg ruhte auf dem Fernhandel und auch bei der Kolonialisierung Venezuelas spielten sie eine bedeutende Rolle.

Augsburger Reichs- und Religionsfrieden

Welche Stadt kann schon von sich behaupten, dass hier die evangelische wie auch die katholische Konfession nebeneinander bestehen konnten.

1530

1530 wurde auf dem Augsburger Reichstag das Augsburger Bekenntnis, die Confessio Augustana, verabschiedet, die die Lutherische Kirche begründetet.

Die Bürgerschaft forderte die Ausbreitung des evangelischen Glaubens, trotzdem durften in den acht Kirchen der Stifte weiterhin katholischer Gottesdienst abgehalten werden.

1548

Mit dem von Kaiser Karl V. verfügten "Augsburger Interim" wurde 1548 in der Verwaltung ein paritätisches System eingeführt, wobei die Ämter exakt zwischen Protestanten und Katholiken aufgeteilt wurden.

1555

Der Augsburger Reichs- und Religionsfrieden regelte endlich das Zusammenleben der Konfessionen im gesamten Reich. Die lutherische Kirche wurde anerkannt und es oblag jedem einzelnen Landesherrn, den Glauben für seinen Herrschaftsbereich festzulegen.

1632

Das verhinderte allerdings nicht den Ausbruch des 30-jährigen Krieges und im April 1632 nahm die schwedische Armee Augsburg ein.

Augsburg und Bayern

1805

Als Napoleon Europa überrannte, richtete er kurzerhand einige Königreiche ein, die er mit ihm ergebenen Herrschern besetzte. So wurde auch Bayern zum Königreich, das sich daraufhin einige benachbarte Gebiete einverleibte. Am 21. Dezember1805 besetzten bayerische Truppen die reichsfreie Stadt. Damit wurde die Herrschaft der Patrizierfamilien in der Geschichte von Augsburg beendet und die Stadt erhielt als kreisunmittelbare später kreisfreie Stadt eine Verwaltung.

Im 19. Jhdt. kam auch die Industrialisierung nach Augsburg, das zu einem Zentrum der Textilindustrie und des Maschinenbaus aufstieg. Bekannt wurde die Maschinenfabrik Augsburg Nürnberg, heute kurz MAN. Hier erfand Rudolf Diesel 189 den Dieselmotor. 1898 bekam Augsburg eine elektrische Straßenbahn.

1933-1945

Auch in Augsburg fasste der Nationalsozialismus Fuß. Nur wenige Monate nach der Machtübernahme lag der Stadtrat in den Händen der NSDAP. In Augsburg und Umgebung wurden mehrere Außenlager des KZ Dachau eingerichtet.

Als Standort einiger wichtiger Rüstungsunternehmen wurde Augsburg mehrfach Ziel schwerer Bombenangriffe mit weitreichenden Zerstörungen. Erst nach und nach konnte die Altstadt nach Kriegsende wieder aufgebaut werden. Am 28. April 1945 befreiten Einheiten der US-Armee die Stadt Augsburg ohne Widerstand.

1970

1970 erhielt Augsburg eine Universität, in der heute mehr als 17.000 Studenten eingeschrieben sind.

Bummeln Sie während Ihrer Reise durch die Altstadt von Augsburg und genießen Sie das Ambiente einer Stadt, die schon zu Augustus‘ Zeiten gegründet wurde. Besuchen Sie die Sehenswürdigkeiten in Augsburg, die Museen und Ausstellungen. In der Geschichte von Augsburg erfahren Sie einiges darüber, wie sich Augsburg zu einer Stadt der Buchdruckereien und der Großkaufleute entwickelte.

Die Altstadt von Bamberg – eine Städtereise

Bamberg – der Nabel der Welt

Die Stadt im Mittelpunkt des Reiches wurde auf sieben Hügeln erbaut, aber Rom ist es nicht. Ihr König bestimmte sie einst zum Nabel der Welt und viele Einwohner halten sie heute noch dafür. Sie lieben die Altstadt von Bamberg wegen ihrer Schönheit, wegen ihres Biers und einfach, weil es sich hier so gut leben lässt.

Kaiserdom in der Altstadt von Bamberg
Über allem thront der Kaiserdom in der Bergstadt

Bambergs mittelalterliche Altstadt erlebte am Anfang des 18. Jhdts. umfangreiche Schönheitskorrekturen, indem sie in der Barockzeit noch einmal gründlich der damaligen Mode angepasst wurde. Da die Altstadt den Weltkrieg unbeschadet überstand, bildet sie heute ein wunderbares einheitliches Ensemble und wird seit 1993 bei der UNESCO als Weltkulturerbe geführt.

Die Altstadt von Bamberg als UNESCO Weltkulturerbe

Für die UNESCO zählten aber auch die lebendigen Strukturen Bambergs in den einzelnen Stadtteilen, der Bergstadt, der Inselstadt und der Gärtnerstadt. Rechts und links und mittendrin der Regnitz hat sich die Altstadt von Bamberg entwickelt. Südlich erhebt sich die Bergstadt mit dem Kaiserdom und der neuen Residenz. Hier residierte in prachtvoller Umgebung der Fürstbischof.



Unterhalb des Dombergs erstreckt sich der Sand, ein Gewirr von Straßen und Gassen und das eigentliche Zentrum der Altstadt von Bamberg. Kneipen, Klubs und nicht zuletzt die Brauereien sorgen für ein reiches kulturelles Leben und genügend Bier, das Leib- und Magengetränk in Bamberg.

Auf der anderen Seite des Flusses lädt die Inselstadt zum shoppen und flanieren ein. Hier auf der Insel zwischen Regnitz und Main-Donau-Kanal liegt der weltliche, bürgerliche Teil der Altstadt von Bamberg, hier haben sich seit jeher Kaufleute und Handwerker angesiedelt und einkaufen kann man hier noch immer gut.

Altes Rathaus in der Altstadt von Bamberg
Mitten im Fluss bauten die Bamberger ihr Rathaus, da Klerus und Bürgertum sich nicht einigen konnte, in welchem Teil der Altstadt von Bamberg das Rathaus stehen solle.

Ein Rathaus mitten im Fluss

Wo sollte im hin und her von weltlicher und geistlicher Macht denn nur das Rathaus stehen. Da keiner nachgeben wollte, setzte man es kurzerhand mitten in den Fluss. Und so steht das Alte Rathaus mitten im Fluss zwischen Unterer und Oberer Brücke. Von hier gibt es auch einen besonders schönen Blick auf Klein Venedig, den Häusern direkt an der Regnitz. Am Fluss befanden sich auch die alten Häuser der Flößer und Fischer, die mit Wasserkraft betriebenen Mühlen und das Schlachthaus, das im Wasser schnell seine Abfälle entsorgen konnte.

Brückentor Bamberg
Brückentor auf der Oberen Brücke – rechts das Alte Rathaus

Jenseits des Main-Donau-Kanals zählt auch die Gärtnerstadt zur Altstadt von Bamberg. Einige weniger bekannte, doch sehenswerte Kleinode stehen hier, zum Beispiel die älteste Kirche der Stadt, die Kirche St. Gangolf. Wie der Name sagt, wurde und wird immer noch in vielen Gärten und kleinen Äckern Blumen und allerlei Gemüse angebaut, unter anderem das Bamberger Hörnla, eine Kartoffelsorte.

Über die Jahrhunderte regierten in Bamberg die Fürstbischöfe, die zum Teil der Bauleidenschaft verfallen waren und ihre Spuren in barocker Pracht hinterließen. Mit reichlich finanziellen Mitteln versehen gestalteten sie die Stadt um und verwandelten alles mittelalterliche in überbordendes Barockdesign. Für Hausbesitzer gab es sogar Steuererleichterungen, wenn sie die Fassade ihres Hauses in der Altstadt von Bamberg der neuen Mode anpassten.

Barockfassade in der Altstadt von Bamberg
Manch Bürgerhaus in Bamberg profitierte von den Steuererleichterungen und verschönerte sein Fachwerkhaus mit einer prächtigen Barockfassade.

Bamberger Dom und Bamberger Reiter

Weltberühmt der von Ost nach West romanisch-gotische Bamberger Dom mit dem Grab Kaiser Heinrich II und dem Bamberger Reiter. Wer ist der Bamberger Reiter. Er trägt eine Königskrone, daher kann es der Kaiser nicht sein. Aber welcher König schafft es in eine Kirche – wahrscheinlich nur ein heilig Gesprochener. Es könnte zum Beispiel König Stephan von Ungarn sein, der Schwager Kaiser Heinrichs II. Angeblich ließe er sich im Bamberger Dom taufen und galoppierte in das Gotteshaus.

Kunst im Freien

Blunzn
Eine etwas üppige Dame, die „Blunzn“ sonnt sich am Heumarkt.

Auch moderne Kunst gibt es in der Altstadt zu sehen – die verschiedensten Kunstwerke unter freiem Himmel. Auf Initiative des Internationalen Künstlerhauses Concordia stellten viele hochrangige Künstler Ihre Großplastiken in Bamberg aus. Privaten Spenden und der Stadt ist es zu verdanken, dass die Kunstwerke immer noch zu bewundern sind.

Heute zählt Bamberg ca. 71.000 Einwohner. Und ca. 13.000 Studenten leben und lernen hier, machen die Stadt bunter und genießen auch das Nachtleben.

Bummeln Sie während Ihrer Reise durch die Altstadt von Bamberg und genießen Sie das einmalige Ambiente mittelalterlichen und barocken Lebens. Besuchen Sie die Sehenswürdigkeiten in Bamberg, die Museen und Ausstellungen. In der Geschichte von Bamberg erfahren Sie einiges darüber, wie sich Bamberg vom Mittelalter bis heute entwickelte und was es heute ist.

Sehenswürdigkeiten in Bamberg

Ein Rundgang durch Bambergs Altstadt

Mitten im Zentrum Bambergs umgeben von den Mühlen und Wehren an der Regnitz beginnen wir den Rundgang zu den Sehenswürdigkeiten in Bamberg im Rosengarten vor der Tourist-Information.
Über die Bischofsmühlbrücke geht es links zum Sonnenplätzchen und zur Schimmelgasse. Gegenüber an der Judenstraße liegt das prächtige „Sehenswürdigkeiten in Bamberg“ weiterlesen

Museen in Bamberg

Entdeckungen – Ein Gang durch die Museen

Bambergs bewegte Geschichte und die Nähe zu Kunst und Literatur findet sich natürlich auch in den verschiedenen Museen in Bamberg wieder. Jedes Museum ist in einem historischen Gebäude untergebracht und ist allein deshalb schon einen Besuch wert.
Aber auch die Exponate, der Domschatz, Bilder, Porzellan oder Tierpräparate sind von hohem Wert. Einige Museen in bamberg können allerdings während der Wintermonate nicht besichtigt werden.

Historisches Museum

Historisches Museum - Museen in Bamberg
Historisches Museum in der Alten Hofhaltung

Bis an die Anfänge Bambergs im 10. Jhdt. erinnern die Grundmauern der Alten Hofhaltung, in deren Räumen sich das Historische Museum befindet. Eine der Hauptattraktionen sind die „Bamberger Götzen“. Die Steinskulpturen können das Werk eines Künstlers aus der Jungsteinzeit sein, ihr Alter ist unbekannt. Außerdem werden Werke von Lucas Cranach, Pieter Breughel oder der „Apostelabschied“ von Wolfgang Katzheimer gezeigt, aber auch Neuzeitliches von Otto Modersohn.

Museen in Bamberg
Historisches Museum
Bamberg, Domplatz 7

Neue Residenz

Museum Neue Residenz
Prunkräume und Kaisersaal im Museum Neue Residenz in Bamberg

Die zwischen 1698 und 1703 entstandenen Barockflügel der Neuen Residenz gehören zu den bedeutendsten Schlossbauten Bayerns. Vierzig Prunkräume in prächtigem Barock und der Kaisersaal mit den von Melchior Steidl geschaffenen Kaiserdarstellungen sind innerhalb der Schlossführungen zu besichtigen.
Gemälde aus dem Barock und aus der späten Gotik werden in der Staatsgalerie ausgestellt, z. B. die „Sintflut“ von Hans Baldung Grien.

Museum Neue Residenz und Staatsgalerie
Bamberg, Domplatz 8

E.T.A.-Hoffmann-Haus

Während der vier Jahre, die sich E.T.A. Hoffmann in Bamberg aufhielt, bewohnte er die zweite Etage dieses Hauses. Viele seiner Gestalten wurden durch die Zeit in Bamberg inspiriert wie z. B. der Kapellmeister Johannes Kreisler.
Heute befindet sich im E.T.A. Hoffmann-Haus ein Spiegelkabinett und einige Exponate aus dem Leben des Dichters. Außerdem finden Lesungen und Veranstaltungen statt.

Museum E.T.A-Hoffmann-Haus
Bamberg, Schillerplatz 26

Fränkisches Brauereimuseum

Bier galt im Mittelalter fast als „Grundnahrungsmittel“. Das Gären diente auch dem Abtöten von Keimen. In der ehemaligen Brauerei der Benediktiner auf dem Michelsberg informiert das Fränkische Brauereimuseum über das Bierbrauen. Zu sehen sind unter anderem das Sudhaus und das Kühlhaus, die Mälzerei und die Büttnerei, die Abfüllung in Fässer und Flaschen und verschiedene Geräte aus dem Labor.

Museen in Bamberg
Fränkisches Brauereimuseum
Bamberg, Michelsberg 10f

Sammlung Ludwig

altes Rathaus Sammlung Ludwig - Museen in Bamberg
Porzellan-Sammlung im Alten Rathaus

Peter und Irene Ludwig haben eine beeindruckende Porzellan-Sammlung zusammengetragen. Die dem Museum zur Verfügung gestellte Dauerleihgabe ist eine der bedeutendsten Privatsammlungen, zu der Meißener Porzellan aus dem 18 Jhdt., Straßburger Fayencen und Dekorationen aus dem Barock gehören. Das Museum befindet sich in den Räumen des Alten Rathauses.

Sammlung Ludwig
Bamberg, Obere Brücke 1

Naturkunde-Museum

In den Räumen des ehemaligen Jesuitenkollegs aus dem 17. Jhdt. befindet sich heute das Naturkundemuseum. Hier sind Versteinerungen aus der urzeitlichen Tierwelt zu sehen, unter anderem ein vollständig erhaltenes Skelett eines Flugsauriers. Die Exponate einheimischer Tiere sind teilweise schon über 100 Jahre alt. Allein 800 verschiedene Vogelarten werden in einem prächtigen Saal aus der Zeit des Klassizismus gezeigt.

Naturkunde-Museum
Bamberg, Fleischstraße 2

Diözesanmuseum

1000 Jahre alt ist der Mantel Kaiser Heinrich II. Der Sternenmantel, der dabei war, als die Geschichte des Reiches geschrieben wurde, ist das herausragende Exponat im Diözesanmuseum.
Auch der Mantel der Kaiserin Kunigunde gehört ebenso zum hier gezeigten Domschatz wie die Gewänder und der Papstmantel Papst Clemens II.
Das Museum ist im 1731 erbauten Domkapitelhaus untergebracht, in dem die Originale der Figuren von der Domfassade und den Portalen zu finden sind.

Diözesanmuseum
Bamberg, Domplatz 5

Gärtner- und Häckermuseum

Auch die Gärtnerstadt jenseits des Main-Donau-Kanals ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Hier hat sich eine kleinteilige Kulturlandschaft erhalten mit Gartenanbau- und Ackerflächen gleich hinter den Gärtnerhäusern.
Das Gärtner- und Häckermuseum zeigt, wie eine wohlhabende Gärtnerfamilie im 19. Jhdt. gelebt hat. Dazu gehört noch ein Obst-, ein Gemüse- und ein Kräutergarten.

Gärtner- und Häckermuseum
Bamberg, Mittelstraße 34

Bummeln Sie während Ihrer Reise durch die Altstadt von Bamberg und genießen Sie das einmalige Ambiente mittelalterlichen und barocken Lebens. Besuchen Sie die Sehenswürdigkeiten in Bamberg, die Museen und Ausstellungen. In der Geschichte von Bamberg erfahren Sie einiges darüber, wie sich Bamberg vom Mittelalter bis heute entwickelte und was es heute ist.

Geschichte von Bamberg

Heinrich II und die Fürstbischöfe

„Castrum Babenberch“ hieß die Burg der Babenberger auf dem heutigen Domberg, mit der die Geschichte von Bamberg begann und die der Stadt Bamberg ihren Namen gab. Aber da die Babenberger ein Auge auf einige Besitzungen des Bistums Würzburg geworfen hatten und daraufhin der König den Babenbergern selbst einige Güter wegnahm und sie den Würzburgern gab, kam es zum Streit, der für die Babenberger Grafen gar nicht gut ausging. Nach der Babenberger Fehde bezahlten Heinrich, Adalhard und Adalbert das Abenteuer mit dem Tod. „Geschichte von Bamberg“ weiterlesen

Steuern sparen mit Barockfassade

Wer sein Haus in schöner Barockarchitektur erbaute, erhielt attraktive Steuerbefreiungen.

Bamberg soll schöner werden und moderner. Nicht mehr nur schnöde Fachwerkarchitektur sondern glänzende, prächtige Barockfassaden sollen die Häuser Bambergs zieren. Der Wunsch der bauwütigen und barockverliebten Fürstbischöfe Lothar Franz und Friedrich Carl von Schönborn sollte sich erfüllen, in dem sie ein auch heute noch wirksames Mittel anwandten, die Steuerbefreiung. „Steuern sparen mit Barockfassade“ weiterlesen